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Eintrag 7 von 76 Einträgen in Hexenlexikon K

Hexenlexikon K

Kali

  Frau des Gottes Shiva. Sie existiert in verschiedenen Formen, d.h. sie symbolisiert sowohl Vollkommenheit als auch Zerstoerung.Kali (die Schwarze, die Dunkle), die indische (hinduistische bzw. buddhistische) Goettin des Todes, der Zeit und der Zerstoerung, auch Durga (die Unergruendliche) genannt.
Der Name kommt vielleicht aus dem Sanskrit (weibliche Form von kala: Zeit). Sie ist eine Inkarnation der einen Muttergoettin Devi oder Mahadevi, in anderen Inkarnationen auch Parvati (Goettin der Sexualitaet und Muetterlichkeit) oder Gauri (die goldene Himmelsjungfrau), und wird auch noch mit zahlreichen anderen Namen versehen. Nach ihr ist Kalkutta benannt (anglisiert aus Kali-Ghatt, Stufen der Kali). Kali wurde richtig bedeutsam erst seit dem 7. Jahrhundert mit dem Aufstieg des Tantrismus, einer religioesen Tradition sowohl des Hinduismus wie auch des Buddhismus. Ein eigener Kult umgibt die Partnerin Shivas seit dem 18. Jahrhundert. Kali hat langes, wirres Haar, ist mit Leichenteilen umguertet, hat in der einen Hand ein blutiges Schwert und in der anderen einen abgeschlagenen Kopf. Ihre Zunge haengt zwischen verlaengerten Eckzaehnen hervor, ein Attribut, das sie wie die Tatsache, dass sie die von ihr Getoeteten nicht nur zerstueckelt, sondern (wie viele Kriegsgoettinnen) auch ihr Blut trinkt, in die Naehe der Vampire rueckt. Ihr kann niemand widerstehen, selbst ihr Gemahl Shiva nicht, auf dessen Leichnam sie in manchen Darstellungen hockt, waehrend sie seine Eingeweide verzehrt und mit ihm zugleich sexuell verkehrt. In der Tradition des Tantrismus, der, wenn eine Goettin im Mittelpunkt steht, auch als Shaktismus bezeichnet wird (Shakti ist die schoepferische weibliche Macht), steht Kali fuer den weiblichen, den aktiven Pol, die naturhafte Unberechenbarkeit, der Schoenes und Haessliches gleich viel gilt und die Leben nimmt, aber auch gibt. Daher gilt sie auch als Goettin der Freiheit, der Zuwendung und muet- terlichen Liebe, als Lebensspenderin und »Schatzhaus des Mitleids«. In einigen Formen des Shaktismus wird sie als Urgrund, als die einzige Goettin und Ursprung aller anderen Goetter gesehen. Der Shaktismus ist besonders in Kashmir und Bengalen verbreitet, wo Kali heute noch Ziegen geopfert werden, denn Blutopfer gehoeren zu ihrer Verehrung seit alters her. In Kalis Namen wurde auch viel menschliches Blut vergossen. Die »Moerdersekte« der Thags ermordete noch bis ins 20. Jahrhundert Reisende und brachte Kali Menschenopfer dar.

Quelle: Das Lexikon von Himmel und Hoelle


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